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Heizung & Energie4. August 2026Lesezeit: 9 Min.

Schornstein beim Wärmepumpentausch: Was passiert mit dem alten Kamin?

Veröffentlicht von: Redaktion wohn-rechner.de
Schornstein beim Wärmepumpentausch: Was passiert mit dem alten Kamin?
Eine Wärmepumpe ist ein rein elektrisch betriebenes Gerät ohne Verbrennung — sie braucht keinen Schornstein. Wenn das bisherige Heizsystem (Gaskessel, Ölkessel) entfernt wird und kein weiteres raucherzeugendes Gerät vorhanden ist, kann der Schornstein stillgelegt werden. Aber es gibt Optionen, den Schornstein sinnvoll weiterzunutzen.

Optionen für den alten Schornstein nach Wärmepumpeneinbau

OptionKostenAufwandEmpfehlung
Stilllegen (Schornstein bleibt)ca. 100–300 EUR (Schornsteinfeger-Abnahme)GeringWenn kein Kaminofen geplant ist
Kaminofen nachrüsten1.500–5.000 EUR (Ofen + Anschluss)MittelPerfekte Kombination mit WP als Backup
Schornstein rückbauen3.000–8.000 EURHochNur wenn Dachsanierung ohnehin geplant
Schornstein für Lüftung nutzen500–2.000 EURMittelFür zentrale Lüftungsanlage nutzen

Kaminofen + Wärmepumpe: Die perfekte Kombination

Ein Kaminofen als Ergänzung zur Wärmepumpe macht Sinn: An sehr kalten Wintertagen (unter -10°C), wenn die Luftwärmepumpe ihre Leistungsgrenze erreicht, kann der Kaminofen einen Raum zusätzlich heizen. Holz als Brennstoff ist CO2-neutral und günstig (ca. 5–8 Ct/kWh thermisch). Investition: Kaminofen inkl. Einbau und Schornstein-Anpassung ca. 2.000–5.000 EUR. Der Schornsteinfeger muss die Anlage abnehmen (Pflicht).

Was der Schornsteinfeger beim Stilllegen prüft

  • Brandschutz: Der Schornstein darf keine Verbindung zu einem aktiven Feuerstättenraum mehr haben.
  • Zustand des Schornsteins: Risse, Feuchtigkeit, Hohlräume werden dokumentiert.
  • Abnahmeprotokoll: Der Schornsteinfeger stellt eine Bescheinigung aus, dass der Schornstein ordnungsgemäß stillgelegt ist.
  • Kostenpflicht: Die Schornsteinfegerpflicht entfällt bei stillgelegtem Schornstein (jährliche Kehrpflicht entfällt — Einsparung ca. 100–200 EUR/Jahr).

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Darf ein Schornstein einfach stehen bleiben?

Ja. Ein stillgelegter Schornstein muss nicht abgebaut werden — er muss nur ordnungsgemäß verschlossen und vom Schornsteinfeger abgenommen werden. Wenn das Dach ohnehin saniert wird, ist die gleichzeitige Entfernung günstiger (Gerüst schon vorhanden). Ansonsten ist Stilllegen die günstigste und unkomplizierteste Option.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was passiert mit dem Schornstein wenn man auf Wärmepumpe umstellt?

Der Schornstein kann stillgelegt werden (günstigste Option), für einen Kaminofen weitergenutzt werden oder abgebaut werden (teuerste Option). Der Schornsteinfeger muss die Stilllegung abnehmen und bescheinigen.

Muss der Schornstein beim Wärmepumpeneinbau abgerissen werden?

Nein, das ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Stilllegen ist die einfachste Option. Viele Hausbesitzer nutzen die Chance, gleichzeitig einen Kaminofen einzubauen — das ist mit einer Wärmepumpe gut kombinierbar.

Lohnt sich ein Kaminofen als Ergänzung zur Wärmepumpe?

Ja, für sehr kalte Tage. Eine Luft-Wärmepumpe verliert bei -15°C bis zu 40% ihrer Heizleistung. Ein Kaminofen im Wohnzimmer kann dann 1–2 Räume komfortabel heizen und die WP entlasten. Holz als Brennstoff kostet ca. 5–8 Ct/kWh thermisch.

Was kostet die Stilllegung eines Schornsteins?

Ca. 100–300 EUR für die Schornsteinfeger-Abnahme und -Bescheinigung. Physische Verschlussmaßnahmen (Kappe, Abdeckung oben) ca. 100–200 EUR. Gesamt: ca. 200–500 EUR. Deutlich günstiger als Rückbau (3.000–8.000 EUR).

Kann ich den alten Schornstein für eine Lüftungsanlage nutzen?

Prinzipiell ja, aber mit erheblichem Aufwand. Der Schornstein muss innen gereinigt, ggf. ausgekleidet und mit einer Lüftungsrohr-Einsatz versehen werden. Kosten: 500–2.000 EUR. Sinnvoll, wenn ohnehin eine zentrale Lüftungsanlage (mit Wärmerückgewinnung) eingebaut wird.