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Heizung & Energie•4. August 2026•Lesezeit: 9 Min.

Heizkosten Vergleich 2026: Öl vs. Gas vs. Wärmepumpe vs. Pellets

Veröffentlicht von: Redaktion wohn-rechner.de
Heizkosten Vergleich 2026: Öl vs. Gas vs. Wärmepumpe vs. Pellets
Die Wärmepumpe ist 2026 in den meisten Fällen das günstigste Heizsystem im Betrieb — sofern die JAZ mindestens 3,0 beträgt und ein Wärmepumpenstromtarif genutzt wird. Pelletheizungen sind günstiger in schlecht gedämmten Altbauten. Gas- und Ölheizungen sind trotz CO2-Bepreisung noch wettbewerbsfähig in Bestandsgebäuden, werden aber durch steigende CO2-Preise zunehmend teurer.

Heizkosten-Direktvergleich 2026 (EFH 150 m², 15.000 kWh Wärmebedarf/Jahr)

HeizsystemEnergiepreis 2026Wirkungsgrad/JAZJahreskosten EnergieCO2-Kosten (incl.)
Gasheizung (Brennwert)12,5 Ct/kWh inkl. CO298% (Brennwert)1.913 EURca. 150 EUR/t CO2
Ölheizung (Brennwert)16 Ct/kWh (Heizöl)95%2.526 EURca. 150 EUR/t CO2
Wärmepumpe (JAZ 3,5)22 Ct/kWh (WP-Tarif)JAZ 3,5943 EURabhäng. v. Strommix
Wärmepumpe (JAZ 2,8)22 Ct/kWhJAZ 2,81.179 EURca. 100 EUR/t CO2
Pelletheizung6,5 Ct/kWh92%1.059 EURfast CO2-neutral
Fernwärme (städtisch)18–25 Ct/kWh100%2.700–3.750 EURvariiert stark

Die CO2-Bepreisung macht Gas zunehmend teuer

Der CO2-Preis steigt laut Bundesregierung von 45 EUR/t (2024) auf 65 EUR/t (2026) und weiter auf 100 EUR/t bis 2030. Das entspricht einem Aufschlag von ca. 1,2 Ct/kWh Gas 2026 und ca. 1,9 Ct/kWh 2030. Für eine Gasheizung mit 15.000 kWh Jahresverbrauch bedeutet das 2030 ca. 380 EUR/Jahr mehr CO2-Abgabe allein — gegenüber heute. Wärmepumpen mit grünem Strom oder PV sind von der CO2-Bepreisung weitgehend befreit.

Welches Heizsystem passt zu welcher Situation?

  • ✓Wärmepumpe empfohlen: Gut gedämmter Altbau oder Neubau, Fußbodenheizung vorhanden oder nachrüstbar, PV-Anlage vorhanden oder geplant, Eigenheim (nicht Mietshaus). Fördersatz bis 70% KfW.
  • ✓Pelletheizung empfohlen: Schlechter gedämmter Altbau (hoher Wärmebedarf), Haus auf dem Land (keine Gasleitung), genug Platz für Pelletlager (5–10 m³). Günstigste Betriebskosten unter Wärmepumpen-JAZ 3,0.
  • ✓Gasheizung (Übergang): Wenn Haus in nächsten 5–10 Jahren verkauft werden soll, wenn Umbaumaßnahmen für WP zu aufwändig wären, oder als Hybridlösung (Gas + WP). Achtung: 65%-EE-Pflicht bei Neueinbau beachten.
  • ✓Fernwärme: Nur sinnvoll, wenn Anschluss günstiger als Alternativen und Fernwärme-Herkunft erneuerbar ist. Aufpassen bei Fernwärme mit hohem Kohle-/Gasanteil: teuer und CO2-intensiv.
  • ✓Infrarotheizung (Sonderfall): Als Zusatzheizung in Einzelräumen sinnvoll, als Hauptheizung nur bei sehr gut gedämmten Gebäuden und günstigem Ökostrom.

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Warum die Wärmepumpe trotz hohem Strompreis günstiger sein kann

Das Geheimnis der Wärmepumpe ist die Jahresarbeitszahl: Bei JAZ 3,5 produziert sie 3,5 kWh Wärme für 1 kWh Strom. Effektiver Wärmepreis: 22 Ct ÷ 3,5 = 6,3 Ct/kWh. Das ist deutlich günstiger als Gasheizung (ca. 12,5 Ct/kWh). Voraussetzung: Ein Wärmepumpenstromtarif (ca. 20–25 Ct/kWh statt 30–33 Ct Normaltarif) und eine JAZ von mindestens 3,0. Beides ist in der Praxis gut erreichbar.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist 2026 das günstigste Heizsystem?▼

Bei einer JAZ von mindestens 3,0 und einem Wärmepumpenstromtarif (22–25 Ct/kWh) ist die Wärmepumpe 2026 das günstigste Heizsystem im Betrieb. Jahreskosten: ca. 900–1.200 EUR für ein 150-m²-Haus. Pelletheizung ist Alternative bei schlechter gedämmten Gebäuden.

Was kostet Heizung mit Gasheizung im Jahr 2026?▼

Bei einem Gaspreis von ca. 12–13 Ct/kWh (inkl. CO2-Abgabe) und 15.000 kWh Wärmebedarf liegen die jährlichen Gaskosten bei ca. 1.800–2.000 EUR. Hinzu kommen Wartung ca. 200–300 EUR/Jahr und ggf. steigende CO2-Kosten bis 2030.

Lohnt sich eine Pelletheizung 2026?▼

Ja, in bestimmten Situationen. Pellets kosteten 2026 ca. 5,5–7 Ct/kWh. Bei einem Kessel-Wirkungsgrad von 92% ergibt das effektive Heizkosten von ca. 6–7,6 Ct/kWh — ähnlich günstig wie eine Wärmepumpe mit JAZ 3,5. Ideal für schlechter gedämmte Altbauten mit hohem Wärmebedarf.

Wie viel teurer wird Gas durch die CO2-Bepreisung bis 2030?▼

Der CO2-Preis steigt von 45 EUR/t (2024) auf ca. 100 EUR/t (2030). Für Erdgas bedeutet das einen Aufschlag von ca. 1,2 Ct/kWh (2026) auf ca. 2,3 Ct/kWh (2030). Bei 15.000 kWh Verbrauch = ca. 180–345 EUR/Jahr mehr CO2-Abgabe.

Was ist ein Wärmepumpenstromtarif und wie viel spart er?▼

Viele Netzbetreiber bieten spezielle Tarife für Wärmepumpen an (ca. 20–25 Ct/kWh statt 28–33 Ct). Voraussetzung: Separater Stromzähler mit HDO-Steuerung (Rundsteuerempfänger). Die Einsparung beträgt je nach Tarif 5–10 Ct/kWh = bei 4.500 kWh WP-Strom ca. 225–450 EUR/Jahr.